Baustelle Wallbrechstraße: Der Radverkehr wird noch immer behindert

Kinder, wie die Zeit vergeht. Vor etwa einem halben Jahr hatten wir die Verkehrsführung an der Baustelle in der Wallbrechtstr. (Höhe Seniorenresidenz Mühlentor) bemängelt. Dort wurde der Geh- / Radweg in Richtung Fahrbahn verschwenkt und mit Vz 239 zum Fußweg umgewidmet. Radfahrende dürfen seitdem schieben oder aber die Fahrbahn benutzen. Geändert hat sich nichts. Bis heute.

Wer auf der Wallbrechtstraße in Richtung Berliner Platz radelt, muss kurz hinter der Wallbrechtbrücke absteigen. Weil man für den Bau eines Gebäudes Platz für Kran und Gerätschaften braucht, hat man den Geh- und Radweg nach links auf den Parkstreifen verlegt. Damit auch bloß nichts passiert, wurde der neue Korridor mit Zaunelementen umfriedet. Und weil der so entstandene Behelfsweg wohl zu schmal ist, hat man den Radverkehr per Vz 239 ausgesperrt. Die Radwegebenutzungspflicht erschlicht damit, der Radverkehr darf die Fahrbahn benutzen.

Doch allzu einfach ist das nicht. Obwohl es sich der Autoverkehr gleich nebenan auf zwei breiten Fahrspuren bequem machen darf, also reichlich Platz vorhanden ist, will man den Radverkehr dort offensichtlich haben. Die Bordsteine zur Fahrbahn sind nicht abgesenkt, das Einfädeln in den laufenden Verkehr ist nur etwas für Geübte. Dabei wäre das kein Problem: Man könnte eine Fahrspur sperren und für den Radverkehr reservieren. Oder auch nur einen Schutzstreifen anlegen, dazu die Bordsteine absenken und die Automobilisten per Verkehrszeichen vorwarnen.

Oder man könnte den Korridor verbreitern, indem man die Zaunelemente ein wenig in Richtung Fahrbahn versetzt. Wo eine Wille wäre, wäre auch einWeg. Doch der Wille ist in weiter Ferne. Wie auch immer, die Intention der Verkehrsleitung entlang der Baustelle ist allzu deutlich: Bloß nicht den Autoverkehr stören! Bloß den Autofahrern nichts zumuten! Es betrifft ja nur Radfahrer, und die können ja gerne mal ein paar Meter schieben.

Sicher kann man im Ausnahmefall auch mal das Rad schieben. Wenn es garnicht anders geht. Doch an der Baustelle in der Wallbrechtstraße geht es anders. Zudem handelt es sich um eine wichtige Verbindung zwischen St. Jürgen, Genin und Kronsforde – und da sollte man sich schon ein paar weiterführende Gedanken zum Anlegen einer Baustelle machen.

Weil auch bei dieser Baustelle kein Ende in Sicht ist und sich auch in mittlerer Zukunft nichts an der Situation ändern dürfte, haben wir bei zuständigen Ämtern der Stadt Lübeck noch einmal nachgehakt und höflich nach einer schriftlichen Stellungnahme zu unseren Vorschlägen und möglichen Verbesserungen gefragt. Mal sehen, was passiert..

Und bis dahin radeln wir konsequent auf der Fahrbahn!

Das Einfädeln in den Autoverkehr ist nicht immer einfach

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