Positionen

  • Der Radverkehr wird in Deutschland systematisch diskriminiert, während der Autoverkehr seit Jahrzehnten bevorzugt wird. Die Rad-Infrastruktur ist oft unzureichend, marode, unzumutbar und stellt für Radfahrende häufig eine zusätzliche Gefahrenquelle dar. In der StVO sowie dem wesentlichen Teil der Verkehrsinfrastruktur spiegelt sich die Bevorzugung des Autoverkehrs wieder.
  • Der Autoverkehr ist destruktiv. Er zerstört die Lebens- und Aufenthaltsqualität in den Innenstädten, emittiert Abgase und Lärm, beeinträchtigt Flora und Fauna und Sozialräume. Der Flächenverbrauch im Öffentlichem Raum durch fließenden und ruhenden Autoverkehr ist obszön. Eine Verkehrswende zugunsten des Radverkehrs ist dringend nötig und kann nur zu erheblichen Lasten des Autoverkehrs gehen.

  • Zielsetzung dieser Seite ist, die Realität des Alltagsradverkehrs sowie die des Verkehrs generell in Lübeck darzustellen, Schwachstellen, Behinderungen, Gefährdungsstellen, aber auch positive Ereignisse oder Entwicklungen aufzuzeigen. Generell geht es darum, die Situation für Radfahrer und Radfahrerinnen in Lübeck und Umgebung zu verbessern sowie politische Gestaltungsmacht und Öffentlichkeitspräsenz zu erlangen.
  • Wir sind gegen eine Benutzungspflicht von Radwegen! Viele davon stellen für Radfahrerinnen und Radfahrer erhebliche zusätzliche Gefahren dar. Dennoch machen separate Radwege entlang starkbefahrener Straßen zuweilen Sinn. Wir fordern eine Wahlfreiheit für Radfahrer. Das Radeln auf der Fahrbahn sollte zur Selbstverständlichkeit werden, ebenso sollten Autofahrer Radfahrende als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer ansehen.
  • Wir sind gegen eine Helmpflicht für Radfahrer, genauso auch gegen das Tragen von Warnwesten im Stadtverkehr. Wir wenden uns vehement gegen die häufig anzutreffenden Versuche, die Verantwortung und Sorgfalt bei führen gefährlicher Motorfahrzeuge an nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer (potenzielle Opfer) zu delegieren.
  • Wir setzen uns für eine autofreie Lübecker Innenstadt ein. „Autofrei“ bedeutet nicht, dass es keine Regelungen für den Lieferverkehr oder Menschen geben darf, die aus dringenden Gründen auf ein Auto angewiesen sind. In diesem Zuge setzen wir uns für die Verbesserung des ÖPNV und eine deutliche Reduzierung der Fahrpreise ein.
  • Wir setzen uns für die Interessen von Kindern ein! Kinder gehören als selbständige Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Verkehr. Dazu benötigen sie Gelegenheiten und Umgebungen, die ihnen die Erfahrung eigenständiger Mobilität, Selbstwirksamkeit und die Ausbildung der dazugehörigen personalen und sozialen Kompetenzen ermöglichen. Ganz im Sinne §1 (2) SGB VIII fordern wir, „positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.“
  • Wir wenden uns gegen die zunehmende Übersetzung des Begriffes Mobilität mit Motorisierung. Die Fortbewegung aus Muskelenergie ist der Idealfall und sollte immer dann zum Regelfall werden, wenn es aus zwingenden sachlichen Gründen nicht anders möglich ist. Mit anderen Worten: Pedelecs sollten im flachen Lübeck nur Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen fahren; E-Tretroller als Spaßmobile oder Fahrzeuge für „die letzte Meile“ lehnen wir ab. Sie behindern echte ökologisch nachhaltige Mobilität (Rad- und Faußverkehr), indem sie die knappen verfügbaren Verkehrsflächen okkupieren, zusätzliche Gefährdungen darstellen und in der Summe keinen ökologischen Nutzen erzeugen.